2017 – Düsseldorf ist einer von drei Partnerstandorten in der Nachwuchsförderung des WBV.

In Zukunft wird man im Basketball vielleicht öfter von der "Düsseldorfer Talentschmiede" sprechen. Der Westdeutsche-Basketball-Verband hat die Leistungssportförderung für den Nachwuchs neu ausgerichtet und konzentriert sich fortan auf drei + 1 Partnerstandorte, die über optimale Bedingungen im Bereich der Leistungssportförderung verfügen. Die ART Giants konnten sich in einem strengen Auswahlverfahren in Kooperation mit der weiblichen Abteilung der TG Neuss aufgrund herausragender und nachhaltiger Jugendarbeit gegen zehn andere Bewerber aus NRW durchsetzen. 

Intensiver betreuen, besser fördern.

Der Grund für den Strategiewechsel des WBV war der Wunsch, junge Talente aus Nordrhein-Westfalen intensiver und effizienter betreuen und in ihrer sportlichen und menschlichen Entwicklung persönlicher  begleiten zu können. Im Rahmen einer Ausschreibung hatten sich 11 WBV-Vereine als Partnerstandort beworben. Zu den Auswahlkriterien zählten allgemeine Grundvoraussetzungen wie zum Beispiel die Anzahl kooperierender Schulen sowie von Senioren- und Jugendteams, verfügbare Trainingsorte, Qualität des Trainerstabes, Anzahl von Kaderspielerinnen und -spielern, sowie spezifische Zusatzvoraussetzungen wie zum Beispiel Ressourcen für Krafttraining, Vermittlung von Ausbildungsmöglichkeiten, das Vorhandensein lizenzierter Jugendtrainer sowie eines Teilzeit-Internates und Athletiktrainer für Kaderspielerinnen und -spieler. Last but not least sogenannte Bonusvoraussetzungen wie eine 24/7-Trainingshalle, ein Vollzeit-Internat sowie Kooperationen mit Sportschulen. Am Ende sollten drei + eins Vereine das Rennen machen: und zwar die ART Giants Düsseldorf in Kooperation mit der TG Neuss (m/w), die Paderborn Baskets (m/w), die Telekom Baskets Bonn und die Dragons Rhöndorf (m) in Kooperation mit dem BBZ Opladen und den Dragons Rhöndorf (w).

Beste Aussichten für Spielerinnen und Spieler.


Düsseldorf hat sich durch den Zusammenschluss von ART und den Giants im männlichen Nachwuchsbereich enorm entwickelt – die weibliche Nachwuchsarbeit der TG Neuss ist seit langem eine der besten in NRW und weit darüber hinaus. Beide Vereine sind mit mehreren Teams in den höchsten Spielklassen vertreten: die TG Neuss Junior Tigers in der weiblichen Nachwuchsbundesliga, die 1. Damen der TG Neuss in der 2. Bundesliga, die ART Giants in der Jugend-Basketball-Bundesliga und das 1st Team in der 1. Regionalliga. Besonders hervorzuheben ist laut WBV die ART Giants League, eine Schulliga für weiterführende Schulen in Düsseldorf und ein Alleinstellungsmerkmal auch über die Grenzen von NRW hinaus. Darüber hinaus betreut der Verein Basketball-AGs in zehn Grundschulen und sieben weiterführenden Schulen. Die TG Neuss hat speziell für sechs- bis zehnjährige Mädchen eine Mini-Basketball-Gruppe eingerichtet und fördert an einem eigenem Nachwuchsstützpunkt mit einem WNBL U17 Team talentierte Spielerinnen aus dem Umland von Emmerich über Köln bis Aachen.

Spitzensport und Schule miteinander verbinden.

Der Westdeutsche Basketball-Verband wird die Nachwuchs-Leistungssportförderung an diesen dreieinhalb Partnerstandorten bis 2020 konzentrieren – im Anschluss erfolgt eine neue Ausschreibung. Landestrainer Michael Kasch wird man wohl nun sehr viel öfter in Düsseldorf sehen. Zu seinen Aufgaben zählen individuelle Trainingseinheiten und Athletiktraining mit den Topathleten vor Ort. „Unser Ziel ist es, unsere Präsenz in der Nachwuchsleistungssportförderung zu erhöhen, Talente intensiver zu fördern und parallel die Partnerstandorte noch attraktiver zu machen. Nur so können die Vereine und der WBV langfristig erfolgreich junge Spielerinnen und Spieler an die Spitze führen und in NRW halten“, erläutert Landestrainer Michael Kasch die Strategie. „Wenn es uns gelingt, die duale Karriere – also Sport und Schule – parallel voranzutreiben, dann sind wir auf dem richtigen Weg.“


Kurze Wege, mehr Besuch vom Landestrainer.


Die Neuausrichtung heißt nicht, dass die bisherige Arbeit in den Regionalstützpunkten eingestellt wird. Hier sollen in Zukunft verstärkt Regionalstützpunkttrainer die Sichtung und das Training übernehmen und so die Landestrainer unterstützen und dadurch entlasten. „Aktuell bin ich jedes Jahr rund 45.000 Kilometer in Sachen Basketball auf den Autobahnen NRWs unterwegs. In Zukunft sitze ich weniger im Auto und stehe dafür mehr in der Halle“, freut sich Michael Kasch. „Das bedeutet mehr Trainingszeit für unseren Nachwuchs.