Um eine Rüsselspitze: 1st Team Niederlage vs Elephants Grevenbroich.

Donnerwetter, was für einen feinen körperlosen Basketball die Elephants beim Derby in der Defense spielen! Das müssen sich zumindest die Schiedsrichter am vergangenen Samstag gedacht haben. Sollten sie doch im Verlaufe des gesamten Abends nur 10 Fouls der Grevenbroicher gesehen haben und damit an einer historischen Tiefstmarke in der Regionalliga teilhaben – ein technisches Foul gegen Headcoach Oehmen muss man noch abziehen. Die Düsseldorfer wussten erstaunlicherweise aus der freundlichen Geste der Elephants nicht genug Kapital zu schlagen. Die zahlreichen mitgereisten Fans des 1st Teams sahen ein spannendes Spiel mit zweistelligen Runs und Re-Runs, am Ende musste man sich trotz großer kämpferischer Leistung mit 87:82 geschlagen geben. 


Der Spiel­film.

 
Headcoach Jönke konnte beinahe auf die volle Kapelle zurückgreifen, allein Möhring fehlte und der 17jährige Youngster Bojang soll die Zeit bekommen, nach seinem Muskelfaserriss in aller Ruhe an seinem Comeback zu arbeiten. Dabei hätte der gebürtige  Grevenbroicher laut Mama Bojang nur allzugern der Halle gezeigt, was er in der Regionalliga drauf hat. Also begannen wie beim erfolgreichen Gang gegen die Hertener Löwen vergangene Woche Cooper und Kleiza auf den kleinen Positionen, ergänzt durch Paskov. Zvinklys und Kehr sollten die athletischen Delpeche-Twins und Top-Center Jördell am Brett im Zaum halten. Kaum dreieinhalb Minuten gespielt, der erste Aufreger der Partie: Referee Roland Wingartz wollte bei Jönke ungebührliches Verhalten festgestellt haben und gab dem Coach ein technisches Foul. Insgesamt sollten gegen Düsseldorf noch drei folgen, eines noch einmal gegen die Bank, jeweils eines gegen Cooper und Kleiza. Grevenbroich jedenfalls hatte in der Anfangsphase den Pabst in der Tasche: in den ersten 6 Minuten fanden zwei Drittel aller Würfe den Weg in die Reuse. Die Düsseldorf taten sich dagegen deutlich schwerer. Nur Center Kehr lieferte von Beginn an zuverlässig - er legte überhaupt mit einem Double-Double eine überragende Leistung auf das Parkett (Topscorer Düsseldorf mit 16 Punkten, 10 Rebounds). So ging es folgerichtig mit 23:19 in die Viertelpause. Im zweiten Viertel ein ähnliches Bild: Grevenbroich nutzte seine Chancen, das 1st Team versuchte, den Abstand zu verkürzen, doch ließ vor allem am Brett die nötige Konsequenz vermissen – zu viele Lay-ups fanden nicht ihr Ziel. So zog man sich zur Halbzeit mit Elektrolyt-Getränken und einem Ergebnis von 44:39 in die Katakomben der Gross-Sporthalle Gustorf zurück. 
Die Halbzeitpause sollte dem 1st Team nichts genutzt haben, im Gegenteil: schon nach wenigen Minuten zeichnete sich ein alptraumhafter Run der Grevenbroicher ab – 16 Punkte kassiert ohne selbst einen einzigen Punkt zu machen, das ist ein Genickschlag, der zur höchsten Führung der Elephants führte (60:39). Die Düsseldorfers Scharfschützen zeigten in dieses Phase ungewohnte Schwächen: Cooper und Kleiza, die sonst mit eiskaltem Händchen Runs der Gegner kontern können, blieben erfolglos (insgesamt nur 4 von 21 getroffene Dreier!). Düsseldorf wirkte angeknockt. Die fällige Auszeit um den Lauf zu stoppen nutzte Jönke exzellent – seine Jungs rissen mit intensiver Defense, Ballgewinnen und entschlossener Offense das Ruder herum und starteten den Re-Run mit 15:0 Punkten bis in das vierte Viertel hinein zum 71:70. Doch Elephant Boksic konterte mit einem Korbleger und Dreier. Auszeit, durchschnaufen, der Drops war noch lange nicht gelutscht. In den letzten Minuten versuchte man, Grevenbroich an die Freiwurflinie zu zwingen, mit Erfolg: bis auf zwei Punkte arbeitete sich das 1st Team heran. (84:82). Aber die Elephants behielten an der Freiwurflinie die Nerven, bekamen noch ein technisches Foul für zwei zusätzliche Würfe geschenkt und konnten sich so letztendlich mit 87:82 durchsetzen. 

Fotos: Norbert Schulz

Das sagt Headcoach Jönke zum Sieg:


"Das war ein Spiel mit Höhen und Tiefen. Wir haben uns nach einem 20-Punkte-Rückstand wieder zurück gekämpft und konnten das Spiel im vierten Viertel ausgeglichen gestalten. Das war eine unglaublich kämpferische Leistung meiner Jungs. Wir müssen uns allerdings auch hinterfragen, wie es sein kann, dass wir im dritten Viertel ein 20-Punkte-Rückstand hinnehmen müssen. Abschließend möchte ich ein großes Kompliment an unsere mitgereisten Fans aussprechen. Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Düsseldorfer Basketballteam so zahlreich und vor allem so lautstark in einer fremden Halle unterstützt wurde!"

Fa­zit:


Fünf technische Fouls verteilten die Schiedsrichter an diesem Abend, davon vier an die ART Giants. Das würde normalerweise von einer aufgeheizten Stimmung auf dem Parkett zeugen. Klar, die Zuschauer auf den Rängen waren in Derbystimmung, laut und leidenschaftlich. Doch auf dem Parkett war weder Gift noch große Aufregung zu sehen, sondern ein gutes Spiel von zwei hervorragenden Mannschaften, die guten Basketball zeigten. Referee Wingartz wollte im gesamten Spiel nur zwei Fouls der Elephants gesehen haben - ein unsportliches von Sadek, der Cooper nicht laufen lassen wollte und das zweite kurz vor Schluss, bei dem Jördell den Düsseldorfer Power Forward Zvinklys beim Korbleger regelrecht abräumte. Man muss dem 1stTeam ein Kompliment machen, dass sie trotzdem nicht die Nerven verloren haben und an Aufgeben nicht denken mochten. Nach dem Abpfiff pustete Grevenbroichs Coach Oehmen kräftig durch die Backen: Glück gehabt. Düsseldorf war nahe dran, dem Tabellenzweiten die Punkte zu entführen und nach dem Sieg gegen Herten ein zweites Ausrufezeichen in der Liga zu setzen. Doch es hatte nicht sein sollen. Wenn die gelegentlichen Unkonzentriertheiten abgestellt werden und die Dreier-Quote wieder Normalform annimmt, sollte am nächsten Samstag, 11. November 19 Uhr zuhause gegen Herford nichts schiefgehen. 


Let's go D-Town!