Münster zeigt sich keine Blöße und bleibt auch bei den ART Giants auf Aufstiegskurs: 1st Team verliert mit 71:85.

Der Tisch war reich gedeckt in Düsseldorf für ein Gala-Menü der 1. Regionalliga: Die WWU Baskets reisten an und wollten im baufinovo Home of the ART Giants die benötigten zwei Punkte für den Aufstieg mitnehmen. Das 1st Team hatte aber bisher zuhause noch keine Punkte abgeben müssen. Bisher konnten Cooper und Co den Gegnern mit der Unterstützung der Düsseldorfer Fans den Schneid abkaufen. Von den Zutaten für ein Spitzenspiel ließ sich nicht meckern. Münster kann sich auf die überragenden König-Brüder verlassen und bringt einen hervorragenden Teamspirit auf das Parkett – der Abo-Zweite der letzten Jahre will es diesmal wirklich wissen. Im 1st Team zieht DeShaun Cooper die Fäden und lässt mit seinen blitzschnellen Dribblings die Gegner alt aussehen. Dazu stieß die Woche Mindaugas Reminas aus Litauen: der Shooting Guard soll seinen Landsmann Paulius Kleiza ersetzen und neue Intensität in die Defense bringen. Und es sollte ein Spiel werden ganz nach dem Geschmack der Basketball-Fans, wenn auch nicht mit gutem Ende für die Düsseldorfer. Denn die WWU Baskets bewiesen in der Crunchtime die mentale Härte, die ein Aufsteiger mitbringen muss und setzten sich in den letzten Minuten am Ende ein bisschen zu deutlich auf 71:85 ab. Chapeaux, die Nerven muss man erst einmal haben.


Der Spiel­film.

 
Headcoach Jönke schien trotz der kurzen Eingewöhnungszeit vom Neuzugang Reminas komplett überzeugt, denn er brachte ihn sogleich neben DeShaun Cooper als Shooting Guard in die Starting Five. Aufgrund von Rückenproblemen muss es Dainius Zvinklys zur Zeit vorsichtig angehen, dafür kam Veteran Rathjen, der zusammen mit Paskov die Bahnen zum Korb besetzen sollte. Unter dem Brett durfte endlich wieder der "Beißer" von Anfang an ran: Und Kehr wird die Entscheidung mit 11 Punkten, 9 Rebounds und sogar einem Dreier mehr als gerechtfertigt erscheinen lassen. 

Das 1st Team legte los wie die Feuerwehr. Die Defense zwang Münster zu schlechten Entscheidungen, in der Offense verwandelten Cooper, Kehr und Paskov ihre Chancen eiskalt. So gingen die bangen Blicke der Münsteraner Fans immer wieder zur Anzeige, die zwischenzeitlich einen 8-Punkte-Vorsprung für Düsseldorf anzeigte. Wäre da nicht der Ex-Düsseldorfer Goolsby gewesen. Er schien besonders motiviert zu sein und legte allein im ersten Viertel mal eben 3 x 3 Dreier hin (5 von 6 insgesamt), der US-Amerikaner Leawitt im Münsteraner Trikot steuerte ebenfalls einen Treffer von beyond beyond bei, und auch Andrej König ließ sich nicht lumpen. So ging es mit einem hauchdünnen Vorsprung von einem Punkt für die Baskets in die Viertelpause.
Prompt übernahm das 1st Team wieder das Kommando. Wieder konnte man sich dank konsequenter Defense mit 6 Punkten absetzen. Doch ein echter Run, der für eine Vorentscheidung sorgen würde, wurde daraus nicht. Auch wenn die ART Giants die Scharfschützen der WWU Baskets nun konsequenter angingen, nutzten die eben die Räume auf dem Weg zum Korb. Dazu war der Flow vorerst raus. Beide Teams kämpften mit Turnovern und vergaben leichte Lay-ups. So war für beide Seiten zur Halbzeitpause angesagt, in der Kabine die Sicherheit wiederzufinden, Plays konsequent auszuspielen und Wurfchancen unverkrampft zu verwandeln. Halbzeitstand 40:38.
Zumindest in der Düsseldorfer Kabine schien die Pause positive Auswirkungen gehabt zu haben. Kaum eine Minute gespielt, machte Cooper mit zwei schnellen Dreiern eine Ansage. Doch die WWU Baskets sind in dieser Saison nicht von ihrem Weg abzubringen: Padberg konterte mit einem Wurf in Bedrängnis jenseits der Dreier-Linie auf Assist von Leawitt, was die Bank auf die Beine brachte. Überhaupt Leawitt – der US-Amerikaner, der erst mitten in der Saison zu den Münsteranern gestoßen war, glänzte diesmal nicht als überragender Scorer, sondern legte seinen Teammates ein ums andere mal auf: Am Ende sollten satte 14 Assists bei 10 Punkten, ein schönes Double-Double ergeben. Und so langsam begann sich die Waagschale immer mehr zu Gunsten der Gäste zu neigen. Dem 1st Team gelang nun nicht mehr so viel, den Gegnern fast alles, so ging es mit einem 11-Punkte-Vorsprung der Gäste in die Crunchtime (54:65). 

Aber das 1st Team zeigte, aus welchem Holz es geschnitzt ist und stellte die Nerven der Münsteraner Fans hart auf die Probe: innerhalb von fünf Minuten wurde die Führung egalisiert weil plötzlich wieder eine Menge gelang und nun Münster mit der Chancenverwertung haderte – allein Weß schoss drei Fahrkarten hintereinander. Gästecoach Kappenstein schien großes Vertrauen in seine Jungs zu haben, andere hätten versucht, den Run der Düsseldorfer mit einer Auszeit zu stoppen, doch er ließ laufen. Und das Vertrauen zahlte sich aus. Nach dem Ausgleich nahm der Aufstiegskandidat das Zepter wieder fest in die Hand, legte bei der Defense einen Zahn zu und verwandelte entschlossen die eigenen freien Würfe. Da führte zum entscheidenden 15:0-Run zum Ende hin, der nur durch die letzten zwei Punkte von Paskov zum Endstand von 71:85 gebrochen wurde. 

Fotos: Norbert Schulz

Fa­zit:


Soll man enttäuscht darüber sein, dass das 11. Heimspiel in Serie nicht siegreich ausgegangen war? Nein, nichts da. Hier hat unser 1st Team einem klaren Aufstiegskandidaten ein richtig gutes Spiel auf Augenhöhe geliefert. Hätte der Scharfschütze Reminas vielleicht ein paar Tage mehr Eingewöhnungszeit gehabt und nur die Hälfte seiner Dreier untergebracht, dann wären die WWU Baskets  deutlicher ins Grübeln gekommen, wie nun in Düsseldorf zu gewinnen wäre. Aber hätte, hätte, Fahrradkette – beim nächsten Heimspiel nach Karneval hat das 1st Team Gelegenheit, im Derby gegen Grevenbroich ein zweites Mal einem Aufstiegskandidaten in die Suppe zu spucken. Im Hinspiel spielten unsere Jungs gegen 5 plus Schiedsrichter. Wir dürfen gespannt sein, ob die Elephants genauso nervenstark wie Münster sind: Wir sehen uns am 24. Februar um 19 Uhr.


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