Herbe Schlappe in Recklinghausen: 1st Team verliert gegen Citybasket mit 93:60.

Das sagt Headcoach Jönke zu der Niederlage:


"Wir haben uns katastrophal präsentiert. Im Angriff und auch in der Verteidigung sind wir nicht als Team aufgetreten. Hinzu kommt ein starkes Spiel von Recklinghausen, das das hohe Endergebnis erklärt."

Fa­zit:


Wenn das erste Spiel gegen eines der Topteams der Liga eine Standortbestimmung gewesen sein soll, die Aufschluss darüber gibt, wohin der Weg der ART Giants dieses Saison führt, so kann man das als vollkommen verpatzt sehen. Statt einen Konkurrenten um die vorderen Plätze in die Schranken zu weisen, holte man sich mit 30 Punkten Rückstand eine blutige Nase. Die Verunsicherung der Mannschaft war mit den Händen zu greifen. Letztlich fehlte die Idee, wie man einen zwar cleveren aber nicht übermächtigen Gegner besiegen möchte. Aber es fehlte auch bei zu vielen der begabten Akteure der Wille, sich reinzuhauen und das Glück zu erzwingen, wenn es denn nicht von selbst läuft. 

Sicher ist, dass ein solcher Auftritt den letzten wachrütteln sollte, der glaubt, die Liga wäre ein Spaziergang. Das werden die Jungs sicher beim nächsten Heimspiel am Samstag gegen die AOK Ballers Ibbenbüren beweisen. Let's go Düs­sel­dorf!


Irgendwie ist der Wurm drin beim 1st Team. Spielt man Teams wie Kamp-Lintfort oder Dorsten mit aggressiver Verteidigung und coolen Plays noch schwindlig, scheint das Vertrauen in die eigene Stärke nicht groß genug zu sein, um sich gegen selbstbewusste Gegner, die nicht vor der hohen Spielkunst einknicken, auch mal einen Sieg zu erkämpfen. So müssen die ART Giants Düsseldorf ohne zwei Punkte aus Recklinghausen abreisen, dafür aber mit dem Bewusstsein, dass mehr als 30 Punkte Unterschied kein Ergebnis ist, nach dem man zur Tagesordnung übergehen kann.


Der Spiel­film.

 
Head­coach Jön­ke vertrau­te der Profi-Abteilung und schickte Lazic als Starting Five Point Guard auf das Parkett, zusammen mit Kleiza und Cameron auf den kleinen Positionen, dazu Janoschek und Zvinklys am Brett. Doch die Profis sollten ihn enttäuschen, mit Ausnahme von Dainius Zvinklys fand keiner auch nur annähernd seine Normalform. Das findet sich auch in den Zahlen wieder: Paulius Kleiza wird am Ende auf nur 11 Punkte kommen, bei 0 Rebounds und 0 Assists. Vuk Lazic fand bei drei Ballverlusten nur einmal den freien Mann für den Assist – eine für einen Point Guard enttäuschende Quote. Und Reggie Cameron hatte einen vollends gebrauchten Tag erwischt: keiner seiner sieben Wurfversuche fand den Weg durch die Reuse, dazu leistete er sich etliche Fehler in der Verteidigung, die dem Gegner leichte Punkte bescherten. Der Rest der Mannschaft schloss sich der desolaten Leistung an: Mehr als doppelt so viele Ballverluste (21/8) als der Gegner zeugen von einem unsicheren Spielvortrag, nur halb so viele Ballgewinne (4/10) von einer nicht sonderlich aggressiven Defense. 


Das Spiel in Kürze.


Die Anfangsminuten zeichneten sich durch einen nervösen Beginn beider Teams aus, etliche Korbversuche gingen hüben wie drüben fehl. Doch schon im Laufe des ersten Viertels zeichnete sich ab, wohin der Weg für die Düsseldorfer führen sollte: auf die Verliererstraße. Gerade der US-Amerikaner Dunklin von Citybasket konnte sich zu Beginn der Partie austoben und sorgte mit Assists, Dreiern und Drives in die Zone, wo der Hammer hängen sollte. Das 1st Team versuchte mit Dreiern dagegen zu halten – allein, es half nichts: die Versuche waren nicht wirklich herausgespielt, die offensive Arbeit Stückwerk und Einzelaktion (nur 33,3% jenseits der Linie erfolgreich). Im zweiten Viertel brachen dann endgültig alle Dämme: die Defense stellte weitgehend die Arbeit ein und in der Offense lief nun gar nichts mehr zusammen. Stattdessen drehten die Dreierschützen der Recklinghausener auf. Der Ball lief über mehrere Stationen, bis sich ein freier Mann fand, der dann fast unbedrängt einnetzen konnte. So ist es nur konsequent, dass das 1st Team magere 24 Punkte in der 1. Halbzeit erzielen konnte und sich schon einem Rückstand von satten 20 Punkten gegenübersah (44:24). 
In der Kabine hatte wohl Coach Jonas Jönke deutliche Wort gefunden. Das 1st Team bäumte sich gegen den Blow-Out auf und kämpfte sich bis auf 14 Punkte heran. Dainius Zvinklys warf wirklich alles in das Spiel, kämpfte und sorgte mit zwei herrlichen Dunks für Raunen in der Vestischen Arena. Doch die Gastgeber ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen und konterten über den herausragenden Bruns, der mit 4 von 5 Dreiern und 7 von 9 Würfen aus dem Feld einen Sahnetag erwischt hatte. So wuchs der Vorsprung zum Ende des 3. Viertels schnell wieder an (70:40). Das Schlussviertel ist schnell erzählt: Citybasket gab nun der zweiten Reihe Spielminuten, ebenso Coach Jönke, sodass sich ein munteres Hin und Her ohne großen sportlichen Wert entwickelte. Der Drops war schon gegen Mitte des 3. Viertels gelutscht als die Aufholjagd der Düsseldorfer ins Leere lief. Endstand 93:60, bedrückte Heimfahrt der ART Giants.