Das Imperium schlägt zurück: 1st Team gewinnt gegen Basket Recklinghausen mit 93:76.

Bei manchen Spielen hat man es als Coach leicht: Für das Heimspiel gegen Basket Recklinghausen musste Headcoach Jönke am vergangenen Samstag nicht tief in die Psychologie-Trickkiste greifen. Zu bitter war die Klatsche im Hinspiel als das nicht jeder Spieler heiß darauf gewesen wäre, den eigenen Fans zu zeigen, dass dies ein bedauerlicher Unfall gewesen ist. Seitdem war im Team einiges passiert: Point Guard Lazic verließ zusammen mit Cameron das Team, dafür kam der US-amerikanische Aufbauspieler Cooper, der auf Anhieb die Leistungen der ART Giants stabilisierte und das 1st Team an die Spitzengruppe der Liga heranführte. Zuletzt vernahm Topscorer Kleiza den Ruf der Heimat und musste aus privaten Gründen sein Engagement in Düsseldorf abbrechen. Recklinghausen dagegen wird es schwerer gehabt haben, die gewinnbringende Einstellung zum Spiel zu finden – die Saison läuft für den Absteiger aus der ProB so lala. Mit einem leichten Punkteplus findet man sich im grauen Mittelfeld der Tabelle wieder – solide aber zu wenig für die eigenen Ansprüche. So traf man sich also zur besten Basketballzeit im baufinovo Home of the ART Giants um die Standortbestimmung endgültig auszuspielen. Das 1st Team zeigte trotz des Abgangs von Kleiza eine bemerkenswert reife Leistung. Endstand 93:76, neunter Heimsieg in Folge, Serie gehalten. 


Der Spiel­film.

 
Headcoach Jönke hatte zusammen mit Assistant Coach Chris Schwab zum Jahreswechsel noch in einem Freundschaftsmatch am spielfreien Wochenende an der Starting Five gefeilt. So sollten es Nanoschek und Zvinklys in Brettnähe richten, auf den kleinen Positionen Paskov und Möhring, Cooper wie gewohnt auf der Eins. Noch im letzten Heimspiel gegen Dorsten war dem Team anzumerken, dass das Fehlen des Düsseldorfer Topscorers Kleiza ein Loch in das fein gesponnene Netz der eingespielten Abläufe gerissen hat. Doch gegen Recklinghausen davon keine Spur: Möhring stellte dem Publikum mit einem Bomben-Auftritt die Frage: "Wer war eigentlich nochmal dieser Kleiza?" Satte sechs Dreier netzte der Shooting Guard bei nur neun Versuchen ein (66,7%) und legte gleich mit acht Assists für die Kollegen zu Korberfolgen auf. Schade, dass der zweitligaerfahrene Scharfschütze noch im letzten Jahr krankheitsbedingt immer wieder passen musste. Schon im ersten Viertel also zeigten die Düsseldorfer, dass sie die Hinspiel-Niederlage nicht vergessen haben. Gerade Paskov, der in den letzten Spielen die Seuche an der Hand hatte, zeigte sich treffsicher und erzielte 8 seiner 14 Punkte in den ersten achten Minuten. Dann schaltete das 1st Team einen Gang zurück und die Recklinghausener zeigten, dass sie beileibe kein Fallobst sind: Nach zwischenzeitlicher 10-Punkte-Führung hieß es zur ersten Viertelpause 22:19. Das zweite Viertel gehörte "Dan the Man" Zvinklys. Mit seiner überragenden Athletik und unwiderstehlichen Drives zum Korb verhalf er dem 1st Team schnell, den 10-Punkte Abstand wieder herzustellen und noch ein Schippchen drauf zu legen: zur Halbzeitpause verabschiedeten die Fans das 1st Team mit verdientem Applaus in die Kabine: 50:37. 
Sicherlich war die Defense das beherrschende Thema in der Kabine der Recklinghausener. 50 Punkte sind für ein erfolgreiches Wochenende ein bisschen zu viel. Aber Zvinklys war auch im dritten Viertel unstoppable. Was wäre gewesen, wenn er in der 27. Minute nicht mit vier Fouls auf der Bank hätte Platz nehmen müssen? Schließlich hatte er zu diesem Zeitpunkt schon 17 Punkte gemacht. Aber auch Youngster Mettner, der 2017 viel Geduld auf der Bank mitbringen musste, packte seine Chance am Schopf und netzte humorlos zwei Dreier ein. So ging es mit einem fast unveränderten Vorsprung in das vierte Viertel (71:60).
Und da wurde es noch einmal spannend: Düsseldorf ließ Recklinghausen zu viel Platz an der Dreier-Linie und die Scharfschützen ließen es prompt regnen. Plötzlich schrumpfte der Vorsprung auf nur noch einen mageren Punkt. Auftritt Möhring, dessen heißes Händchen keineswegs abgekühlt war. Auf die Recklinghausener Dreier-Tropfen antwortete er mit einem Platzregen. 15 Punkte, Abstand wieder hergestellt, gute Heimfahrt Recklinghausen, weiße Weste, Wochenende. Endstand 93:76.

Fotos: Norbert Schulz

Fa­zit:


Vielleicht hat der Eine oder Andere auch angesichts der durchwachsenen Vorstellung der ART Giants im letzten Heimspiel vergangenen Jahres orakelt, dass man mit dem Weggang des Scharfschützens der Liga Kleiza Schwierigkeiten haben wird, das Top-Niveau zu halten. Mitnichten, das Team ist tief gut besetzt und da springt dann einfach ein Möhring in die Bresche und toppt den Ex-Topscorer. Dass Cooper daneben mit 17 Punkten und 10 Assists ein astreines Double-Double hinlegt, ist man ja fast schon gewohnt. Nichtsdestotrotz wünschen sich die Fans einen Kleizersatz, der das Team noch stärker macht, um gegen die Tabellenführer Münster und Grevenbroich gut auszusehen und vielleicht das Rennen um den Titel vielleicht noch mit Spannung zu bereichern. 


Jetzt gilt es erst einmal am 20. Januar auswärts gegen die AOK Ballers Ibbenbüren zu bestehen, die am Samstag überraschend den Aufstiegsaspiranten WWU Baskets Münster geschlagen hatten und damit eine Serie von nunmehr neun Siegen zu bestätigen wussten. 


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