Spannung pur im S-Bahn-Derby: 1st Team verliert zuhause denkbar knapp gegen Grevenbroich mit 94:96.

Immer wieder so nah dran. Die ART Giants schaffen es zur Zeit nicht, sich für tolle Spiele mit großem Effort, gutem Basketball und viel Leidenschaft zu belohnen und die zwei Punkte für den Sieg mitzunehmen. Letztes Wochenende schon entschied ein Punkt in Overtime gegen Herten über Sieg und Niederlage. Vergangenen Samstag schickte das 1st Team seine Fans im S-Bahn-Derby auf eine dramatische Achterbahnfahrt gegen den Tabellenzweiten NEW Elephants Grevenbroich. Am Ende waren die Elefanten abgezockter und spielten trotz Verletzungssorgen ihre Cleverness aus. So musste sich Düsseldorf trotz eines guten Spiels in Overtime gegen den Tabellenzweiten mit 94:96 geschlagen geben. 


Der Spiel­film.

 
Keine Überraschungen bei den Starting Five. Obwohl der Einsatz von Bojang und Rathjen in der Woche fraglich war, konnte Headcoach Jönke auf das gesamte Team im Allgemeinen und auf seine gewohnte Anfangsformation im Speziellen zurückgreifen: Kehr mit Zvinklys am Brett, Reminas und Paskov für außen, Cooper auf der Eins. Bei den Elephants sah die Lage düsterer aus: Coach Oehmen musste auf seinen Center Jördell verzichten, der sich beim Skifahren das Schultereckgelenk gebrochen hatte, zudem fiel der etatmäßige Point Guard Sadek wegen einer Erkältung aus.

Es sollte dennoch das Duell werden, was sich die rund 300 Zuschauer versprochen haben. Beide Teams zeigten starken Tempo-Basketball. Grevenbroich vor allem über seinen US-Import Martin (34 Punkte, 13 Rebounds), der die gesamten 45 Minuten durchspielen musste. Düsseldorf eher über eine Mannschaftsleistung, aus der Zvinklys einen Ticken herausragte, der nach einem kleinem Formtief wegen Rückenbeschwerden wieder zu alter Stärke zurückfindet (21 Punkte, 72,7% Trefferquote aus der 2-Punkte-Zone). So konnte im ersten Viertel keine der Mannschaften sich einen Vorteil verschaffen, ein hauchdünner Vorsprung von drei Punkten ist im Basketball auch für den Tabellenzweiten wahrlich kein Polster, auf dem es sich ausruhen lässt. Im zweiten Viertel riss ein Youngster zum ersten Mal die Düsseldorfer Fans von den Sitzen: der 17jährige Bojang netzte knapp einen Meter jenseits der Markierungslinie einen Dreier von "beyond-beyond" ein. Wenig später wurde Zvinklys von Reminas auf die Reise geschickt, um den Fastbreak mit einem krachenden Dunk abzuschließen. Zwischenzeitlich konnte sich das 1st Team sogar mit fünf Punkten absetzen. Doch Grevenbroich konterte cool. Veteran Bennet traf zwei Dreier in Folge, auch Max Boldt, der sonst im Schatten von Sadek steht, zeigte keine Nerven und markierte wichtige Punkte für sein Team. So konnte man sich aus Sicht der Elephants beim Stand von 40:44 durchaus zufrieden zur Halbzeitpause in die Kabinen zurückziehen. Beim 1st Team dagegen war angesichts der uneffektiven Verteidigung gegen Dreier eine klare Ansprache angesagt. Doch die schien nicht so gut angekommen sein. Gegen die Zonenverteidigung der Düsseldorfer fiel zwar Grevenbroich nicht viel Sehenswertes ein, doch es blieb zu viel Platz für die Dreier-Schützen: trotz einer miserablen Wurfquote von nur knapp 30% kamen Bennet, Martin und Boksic immer wieder zu mehr oder minder freien Versuchen und konnten ihren knappen Vorsprung bis zu Beginn des letzten Viertels verteidigen: 59:62.
Durchtamen und rein in die Crunchtime. Die Elephants sahen hier trotz ihres Vorsprungs nicht wie die sicheren Sieger aus. Tatsächlich arbeitete sich das 1st Team wieder heran. Die Zuschauer beider Farben hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen, viermal wechselte die Führung in sieben Minuten, bevor Center (!) Kehr mit einem Dreier und einer 5-Punkte-Führung knapp zwei Minuten vor Schluss die Halle zum Kochen brachte. (Hatte er  nicht vor der Saison noch in einem Interview angekündigt, an seinem Dreier zu arbeiten? Seht her, kids: hard work pays off!) Und dann wurde es dramatisch. Obwohl Grevenbroichs Martin mit einem Lay-Up, einem And-One und zwei Freiwürfen sein Team persönlich im Spiel hielt, stand es vier Sekunden vor Schluss dank eines coolen Coopers 79:77 für Düsseldorf. Die Düsseldorfer machten sich schon fertig zum Jubeln, doch Center Janoschek wurde zur tragischen Figur des Abends. In einem Black-out wollte er den in die Offense sprintenden Martin stoppen und foulte ihn dabei so offensichtlich absichtlich, dass den Schiedsrichtern keine andere Wahl blieb als ein unsportliches Foul zu pfeifen: zwei Freiwürfe und Einwurf Grevenbroich. Die Elefanten-Fans jubelten, die Giganten-Anhänger mussten durchpusten. Martin traf die Freiwürfe zum Ausgleich (79:79) – Overtime. 
Das 1st Team schien nun ein bisschen angeknockt durch den Genickschlag in den letzten Sekunden, Grevenbroich beflügelt. Düsseldorf lief inder Nachspielzeit immer einer Führung der clever aufspielenden Elephants hinterher. Auch wenn Reminas und Paskov sehenswerte Dreier einnetzten, sollte es nicht reichen. Typisch, dass Martin mit zwei Freiwürfen (Trefferquote 70%) die Niederlage für die ART Giants besiegelte. Endstand 94:96.

Lieber Nino,


es gibt Sekunden im Leben eines Sportlers, da möchte man sich am liebsten einfach in Luft auflösen. Aber heads up, Lebbe geht weiter, wie einst der Frankfurter Fußballtrainer und Schlitzohr Stepanovic zu sagen pflegte. Es verliert nie einer allein – hätte man am Samstag hier und dort die Freiwürfe besser verwandelt (54,5% ist nicht Gold), ein, zwei Offensiv-Rebounds verhindert (immerhin 21 für die Elephants) oder einen Dreier mehr getroffen (40% ist auch nichts, wovon man seinen Enkeln erzählen wird) dann wäre das alles nicht passiert, und wir hätten in aller Ruhe ein lecker Dröppke auf den Sieg im Derby getrunken. So haben wir alle trotzdem ein tolles Spiel von Dir und Euch gesehen, dem der Sieg allemal vergönnt gewesen wäre. 


Let's go D-Town!