In der Höhle der Löwen: 1st Team verliert gegen in Herten denkbar knapp mit 92:91.

Was ist schon ein Punkt angesichts derer fast 100 im Laufe von 40 Minuten Spielzeit? Fast nichts und dennoch besiegelte am vergangenen Samstag ein einziger Punkt die Niederlage der ART Giants in Herten. Hätte der US-Import in den Diensten Hertens Whelan nur einen oder zwei seiner Freiwürfe vergeben (unmenschliche 10 von 10 von der Linie) oder sogar Düsseldorfs Cooper seine gewohnte Treffsicherheit jenseits der Dreier-Linie entwickelt, dann wäre hier von einem überzeugenden Sieg der Düsseldorfer die Rede. So fehlte eben ein Quentchen Glück und das 1st Team reiste mit leeren Händen zurück an den Rhein. Hier gilt es eine ebenso knappe wie bittere 92:91-Niederlage zu verdauen  und den Blick auf das am kommenden Samstag anstehende Derby gegen die Elephants Grevenbroich zu richten. 


Der Spiel­film.

 
Headcoach Jönke stellte klassisch auf: Nichts Überraschendes in der Starting Five. Kehr mit Zvinklys am Brett, Reminas und Paskov für außen, Cooper als Regisseur, Taktgeber und Punktelieferant. Obwohl für beide Teams sowohl Auf- als auch Abstieg kein Thema mehr ist, war man nicht gewillt, den Kampf um die guten Platzierungen am oberen Ende der Tabelle aufzugeben. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit leichten Vorteilen für Herten. Und obwohl die Löwen beileibe keine Laufkundschaft sind, bekam der 17-jährige Youngster Bojang mit vielen Minuten die Chance, zu beweisen, dass er auf hohem Niveau mithalten kann. Mission completed: Sein Einsatz brachte dem Team 2 Punkte und 2 Rebounds ein. Ansonsten zeigte vor allem Reminas, warum die Düsseldorfer Fans dem in der Winterpause abgewanderten Kleiza nicht sonderlich hinterhertrauern: Schon im ersten Viertel saßen drei Dreier, insgesamt wurden für den Litauer 28 Punkte auf dem Statistikbogen notiert, davon acht Dreier mit einer beeindruckenden Quote von über 66%. Trotzdem musste man sich im ersten Drittel mit 26:18 geschlagen geben.

Im zweiten Viertel startete "Dan the Man" für Düsseldorf durch. Der in den vergangenen Wochen von Rückenproblemen beeinträchtigte Power Forward Zvinklys nahm jetzt das Spiel in die Hand und markierte für das 1st Team 10 Punkte in Folge, dabei vier blitzsaubere Freiwürfe und ein krachender Dunk, der einen Fastbreak abschloss (insgesamt ein Double-Double mit 22 Punkten und 10 Rebounds). Man war wieder dran, und als dann Reminas, Cooper und Paskov jeweils einen Dreier versenkten, ging man mit einer zwar knappen aber angesichts der starken Leistung gerechtfertigten Führung in die Kabine. 
Tatsächlich sollten die Düsseldorf die Führung auf vier Punkte ausbauen (22. Minute), doch im Laufe des Viertels verlor man ein bisschen den Faden. Knackpunkt war vielleicht der Hallenverweis, mit dem Headcoach Jönke von den empfindlichen Schiedsrichtern belegt wurde. Sie bewerteten sein emotionales Engagement an der Seitenlinie als übertrieben – das wurde mit einem technischen Foul bedacht und mit einem zweiten gleich hinterher getoppt. Was würden die Schiedsrichter wohl mit einem Sasa Obradovic anfangen, der einst bei Alba Berlin mit überbordendem Temperament das Spiel seines Team lenkte? Sei's drum, das 1st Team ließ dennoch unter der Leitung des Assistant Coaches Chris Schwab den Abstand zum Gastgeber nicht zu groß werden. Bevor es in die Crunchtime ging, konnten sich die Hertener der 5-Punkte-Führung nicht allzu sicher sein. Und so ist es eben im Basketball: Allzu oft entscheidet am Ende ein vergebener Wurf oder Korbleger über Sieg oder Niederlage. Düsseldorf biss sich in das Spiel hinein, besonders Zvinklys und Reminas lieferten, Rathjen krönte seine gute Leistung (13 Punkte, 80% aus dem Feld) mit einem Korbleger zur 88:89-Führung. Doch die Löwen bissen zurück: Center Smith und Forward Jetullahi behielten an der Freiwurflinie so weit die Nerven, dass 6 Sekunden vor Ende eine 1-Punkte-Führung heraussprang. Hätte Cooper dann den Düsseldorfer Ballbesitz mit einem erfolgreichen Drei-Punkte-Buzzerbeater veredelt, hätte man ihn wohl auf Händen nach Düsseldorf getragen. Doch der Wurf ging daneben und der Löwensieg stand nach 40 nervenaufreibenden Minuten fest: Endstand 92:91.

Fa­zit:


Basketball ist eine Sportart der Wahrscheinlichkeiten. Hätte unser 1st Team eine durchschnittliche Treffsicherheit von vorsichtig kalkulierten 50% aus dem Feld an den Tag gelegt (tatsächlich 45,3%) oder aber Herten ein bisschen normaler eingenetzt (leider 52,5%), dann wäre man als verdienter Sieger nach Hause gefahren. Aber "Wäre, wäre, Fahrradkette ...", wie Lothar Matthäus so treffsicher wie unnachahmlich formulierte – jetzt heißt es den Blick nach vorne zu richten und sich ganz auf das heiße Derby gegen die Elephants aus Grevenbroich zu konzentrieren. Die haben just am vergangenen Wochenende das Spitzenspiel um den Aufstieg gegen Münster verloren. Obwohl Center Jördell mit Bruch des Schultereckgelenks ausfällt, will man sicherlich keine zweite Niederlage in Folge kassieren und damit den Aufstieg vorzeitig komplett abschreiben. Das baufinovo Home of the ART Giants wird brennen, geschenkt wird keinem Team etwas und schon gar nicht dem Lokalrivalen. Tip-Off ist am Samstag um 19 Uhr.


Let's go D-Town!